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Johann Wolfgang von Goethe: Das Märchen

Goethes »›Lust zu fabulieren‹ war bekanntlich die Kurzformel, auf die Goethe sein Dichtertalent brachte.«

Ein Beleg hierfür ist »Das Märchen«, das Goethe an den Schluß der »Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten« setzte. Nach der Erstveröfflichung in Schillers »Horen« waren Freunde und Leser begeistert und feierten ihn, weil er das Märchenerzählen zu neuer Blüte brachte. Die Neuausgabe von Goethes »Märchen« wird ergänzt mit Zeichnungen von Hans Meid, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Buchillustratoren Deutschlands zählte.

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Bei uns außerdem erschienen

tl_files/wfb/buch/goethe_novelle.jpgGoethes Novelle

Der Text der »Novelle« entspricht im Wortlaut, von zwei Ausnahmen abgesehen, der Ausgabe »Goethes Werke«, herausgegeben im Auftrag der Großherzogin Sophie von Sachsen, Band 18, Weimar 1895, S. 313 bis 348.
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Zeitgenossen zu Goethes »Das Märchen«

Das »Märchen« ist bunt und lustig genug, und ich finde die Idee, deren Sie einmal erwähnten, ›das gegenseitige Hülfeleisten der Kräfte und das Zurückweisen auf einander‹ recht artig ausgeführt.
Schiller an Goethe, 29. August 1795

Das »Märchen« hat alle Eigenschaften, die ich von dieser Gattung erwartete, es deutet auf einen gedankenvollen Inhalt hin, ist behend und artig gewandt und versetzt die Phantasie in eine so bewegliche oft wechselnde Szene, in einen so bunten, schimmernden und magischen Kreis, daß ich mich nicht erinnere, in einem deutschen Schriftsteller sonst etwas gelesen zu haben, das dem gleich käme.
Humboldt an Schiller, 20. November 1795

Was aber alles Belehrende und Ergötzende in den vorigen Unterhaltungen dahinten läßt, was ein sanftes Wohlgefallen in das lebhafteste Vergnügen verwandelt, ist das »Märchen«, zu dem wir durch treffende Winke über das Wesen der Phantasie vorbereitet werden. Sie gaukelt uns alsdann das lieblichste Märchen vor, das je von ihrem Himmel auf die dürre Erde herabgefallen ist. ... So schwebt das ganze Märchen hin, und wer sich nicht an ihm erfreuen wollte, müßte wenigstens nicht mit unbefangenem Geist sich belustigen können, oder alle Werke, woran die Einbildungskraft allen Teil hat, lästig finden ... Es ist kaum nötig zu bemerken, daß nirgends Überladung, weder in der Sprache noch in den Beschreibungen, stattfinden.
A. W. Schlegel in seiner Rezension in der »Allgemeinen Literatur-Zeitung«, Januar 1796

In dem »Märchen« stanen wir mit allen uns bekannten Lesern der »Horen« die unerschöpfliche Phantasie, den reichen Witz des Dichters an, vergeblich auf Deutung des Ganzen sinnend, so unverkennbar auch einzelne Züge auf die innere und äußere Naturgeschichte des Menschen deuten.
Rezension von Johann Friedrich Reichardt in »Deutschland«, 1796
Cover Goethe, Märchen
Johann Wolfgang Goethe

»Das Märchen«
Mit Illustrationen von Hans Meid
Nachwort von Rudolf Steiner

Hardcover
128 Seiten
Preis: 19,50 €

ISBN 978-3-86672-101-2
Literarische Tradition
in der WFB Verlagsgruppe

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Der Illustrator Hans Meid

Hans Meid
Prof. Hans Meid
Hans Meid wurde am 3. Juni 1883 in Pforzheim geboren. Nach dem Schulabschluß und dem Studienende an der Kunstakademie arbeitete er bei der Meißener Porzellanmanufaktur. Bereits nach einem Jahr gab er diese Stellung wieder auf und wurde freischaffender Künstler in Berlin.

Mit seinen Arbeiten insbesondere als Illustrator für Bücher war er sehr erfolgreich. Zahlreiche Preise und Ehrungen belegen diesen Erfolg. Ab 1934 leitete Meid das Grafikatelier an der Preußischen Akademie der Künste.

Nach dem Krieg ließ er sich zunächst im fränkischen Gereuth nieder. Anschließend sorgte der damalige Kultusminister von Baden-Württemberg, Theodor Heuss, für eine Wohnung im Ludwigsburger Schloß. Am 6. Januar 1957 starb Hans Meid in Ludwigsburg.

Illustration »Mario und der Zauberer«
Buchillustration »Mario und der Zauberer« von Thomas Mann