Zum Buch »Lichtrisse« von Renata von Hoessle
»Lichtrisse -
Gedichte und Zeichnungen«
76 Seiten - Preis 10,95 €
ISBN 978-3-86672-987-2
Das Buch ist unterteilt in vier Themengebiete: Liebe, Natur, Melancholie und Tod. Diese sind eng miteinander verbunden, reagieren und verschmelzen miteinander.
Das Gefühl der Liebe drückt sich in den verschiedensten Variationen aus, lässt Menschen die Welt um sie herum im rosaroten Licht wahrnehmen, oder stürzt sie in tiefste Depression.
Ein Glücklich Verliebter spürt keine Zeit und sieht keine Schatten. Alles scheint ihm erfüllter, als es zuvor jemals war. Er geht nicht, er gleitet und leuchtet dabei.
Die Natur blickt ganz still in das Herz dieser Menschen. Sie vermag die machtvolle Freude, die daraus strahlt, zu entdecken und begegnet ihr wiederum mit dem was sie hat: Ihrer ewigen Schönheit, die ein Glücklicher sieht.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Doch manchmal muss auch ein Romantiker leiden. Wenn Sehnsucht ihn packt und hart an ihm rüttelt, dann verdunkelt sich Licht und alles scheint grau. Er grübelt, er zweifelt, am Leben und sich. Seine Gedanken verknotet zu dichtem Gewebe, vertieft er sich immer mehr in sich selbst.
Nun ist es Melancholie, die seine Sinne regiert und die ihm schließlich gebietet, nach dem Letzten zu greifen, was dem Menschen geschieht: Dem Tod.
Die Sehnsucht nach Tod ist das Fernste und zugleich Nächste, das uns beschäftigt. Denn Tod ist ebenso Teil des Lebens, wie alles andere.
Trotzdem er in heutiger Zeit aus dem näheren Umfeld verbannt wird.
Dabei steht Keine davon für sich allein. In unseren Köpfen berühren sie sich und gehen ineinander über.
Ein Geflecht der Gefühle also, das im Leben der Menschen immer eine wichtige Rolle spielen wird.
- Der Autor
- Bei uns erschienen
- Leseprobe »Lichtrisse«
- Leseprobe »Kairo«
Kurzbiographie Renata von Hoessle
Geboren am 1.2.1979 in Kuwait
Als Deutsche mit deutsch-bengalisch-estnischen Wurzeln 1979 in Kuwait geboren, wuchs die Künstlerin in Algerien, Bonn und Berlin auf. Schon früh setzte sie sich mit Kunst und Literatur auseinander.
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»Lichtrisse«
Renata von Hoessle
»Lichtrisse -
Gedichte und Zeichnungen«
76 Seiten - Preis 10,95 €
ISBN 978-3-86672-987-2
WFB Verlagsgruppe
»Kairo«
Renata von Hoessle
»Eine Nacht in Kairo -
Geschichten aus der Stadt, die niemals schläft«
104 Seiten - Preis 15,00 €
ISBN 978-3-86672-990-2
Leseprobe »Lichtrisse«
verletzte Gefühle
erinnern mich
an dich
ein gebrochenes Herz
und tausende
von Thränen ...
was ich mit mir geschehen
ließ
über mich ergehen
ließ
- ich fass es nicht mehr ...
dann denk ich an Dich
und erinnere mich ...
.................................................................................................................................
was ich mein’
wenn schon mein eigen
Sinn das Sein
der Worte auszutreiben
mir versucht, Schweigen
mir befiehlt ?
treiben mich die Wüste
einer Blume voll zu sehen
Die Morgana bleibt bestehen
solange ich fühle
ist es keine!
und mir bleibt die Wahl
die reine
Wahrheit
oder Lüge
zu erzählen-
zu wählen
ist schwer,
die Rüge
wiegt mehr
als alle Zeit
die Welt mir sagen
Kann ich
allein
es wagen
wie ich bin
dieses Sein
zu beweisen
und die leisen
Hauche in Töne
zu verwandeln,
die sie ohne Dämpfer wär’n ?
Ich will nicht!
und doch
wird das Joch
der Stille zu schwer
Leseprobe »Kairo«
Einleitung: Zamalek – prickelt es auf meiner Zunge
Da es dieses Jahr in Mitteleuropa scheinbar keinen warmen Sommer mehr gibt, schweifen meine Gedanken dorthin, wo die Sonne unaufhörlich brennt und Klimaanlagen durch die Nächte surren.
Gerade habe ich einen Artikel, in dem es sich um die Stadt am Nil dreht, überflogen oder besser gesagt nur die Überschrift – Allein der Klang der fünf Lettern „K A I R O“ in meinem Mund und Rachen jagen mir einen heißkalten Schauer über den Rücken, denn in etwas über einem Monat werde ich meinen fünfmonatigen Arbeits- und Studienaufenthalt in dem Land der Pharaonen antreten. Vor etwa 10 Tagen habe ich die frohe Botschaft erfahren und bin vor Schreck gleich krank geworden.
Mein Arbeitsplatz liegt im auf der Nilinsel befindlichen Stadtviertel Zamalek, einer bevorzugten Wohn- und Geschäftsgegend, gepflastert von internationalen Firmenniederlassungen und Botschaften, unter anderem der Deutschen. Hier befinden sich auch einige Quartiere der American University of Cairo (AUC) – der neue Universitäts-Campus befindet sich allerdings in einem Vorort eineinhalb Stunden außerhalb der Stadt.
Um ein Zimmer in Zamalek zu finden, haben meine zukünftigen Kollegen mir einen Link zu einer Art Online-Gruppe der „Cairo-Scholars“ geschickt. Ich möge mich zunächst bei einem Administrator anmelden und könne dann meine Fragen an die Mitglieder dieser Gruppe schicken.
Von dem Moment der Registrierung in dieser Gruppe finde ich fortan meinen Emailaccount geflutet von emails anderer Cairo-Scholars vor; Fragen an die Allgemeinheit über Arabischunterricht, Kalligraphiekurse, Walkingtreffs und christliche Kirchenparties in Kairo treffen bei mir ein, öffentliche Diskussionsrunden über falsche und richtige Verhaltensweisen innerhalb der Cairo-Scholars und sogar Hilferufe: „I don’t know where to buy soy milk in Cairo“ werden ungeniert den hunderten Mitgliedern preisgegeben. Zuletzt gehen dann doch einige wenige an mich gerichtete Mails bei mir ein, im Betreff meine Wohnungssuchanfrage.
Verlockende Mietangebote fliegen mir zu, jeweils für ein möbliertes WG-Zimmer in Zamalek, selbstverständlich mit Klimaanlage, Küchen- und Waschmaschinenmitbenutzung – was für ein Luxus. Ich erinnere mich an mein Praktikum 2003 in Mumbai, wo ich ein Zimmer in der Wohnung einer grimmigen alten Dame gemietet hatte, selbstverständlich ohne Klimaanlage, ohne Küche und leider auch ohne das Recht auf einen eigenen Wohnungsschlüssel – Zu welcher Uhrzeit ich auch nach Hause kommen mochte, die Dame bestand darauf, mir persönlich die Tür zu öffnen, was ihrer Laune allerdings nicht sonderlich zuträglich zu sein schien….
In Kairo hingegen scheinen die Vermieter um einiges zuvorkommender zu sein. Offensichtlich überlassen sie es den Mietern, sich passende Mitbewohner zu suchen und auch gemischte (m/w) WGs werden toleriert - was man von einem muslimischen Land nicht als selbstverständlich annehmen sollte.
Mit zwei potentiellen Mitbewohnern stehe ich bereits in regem Emailkontakt. Der Eine beschrieb mir Zamalek als Oase, wunderbar grün, im Gegensatz zu den anderen Vierteln der Stadt. Eine Thai-Schwedin beantwortete mir die Frage, ob ihre Wohnung denn ruhig gelegen sei, mit: „Quiet- yes, quiet like a graveyard. Only my friends cat Findus makes some noise.“
Wunderbar!! - rauschende Katzenkonzerte sind gewiss nicht das schönste an Kairo, so hoffe ich zumindest.
Zum Bier in einer Kneipe habe ich mich schon verabredet -Heineken wird dort verkauft, so wurde mir berichtet.
Ob es in Kairo allerdings viele öffentliche Orte gibt, an denen Alkohol ausgeschenkt wird, weiß ich nicht, sagt man doch, dass die Ägypter immer religiöser werden.
Ehrlich gesagt habe ich nicht vor, nur die von westlicher Kultur geprägten Gegenden der Stadt zu sehen. Natürlich kann ich nicht erwarten, mich mit derselben Selbstverständlichkeit zu bewegen, wie in Deutschland. Ich sehe anders aus, kleide und bewege mich anders, rieche anders.
Zu gerne liefe ich Inkognito durch die Massen, nur einen Tag lang. Mit einem Arabisch-Chip hinters Ohr geklemmt, beherrschte ich doch zu gerne diese rauchige Sprache, die schmeckt, als ob man zuviel Wüstensand zwischen den Zähnen mit ein wenig Shisharauch vermischt hätte.
In den Wüstenstaaten, so habe ich gehört, schätzt man Poesie sehr hoch. Die Araber sind bekannt für ihre blumige Ausdrucksweise, die reiche Sprache, die mit allen Sinnen riechen, schmecken und fühlen lässt. Vielleicht finde ich die Zeit, mich darein zu vertiefen.
Ich freue mich auf die seidigen Farben und bunten Gerüche des Souk, all die neuen Eindrücke, die auf mich einprasseln werden, wie in Deutschland der Regen. Menschen aus aller Welt werden mir in Kairo begegnen und ich werde versuchen, mich ihrem Leben anzupassen und es verstehen und lieben zu lernen.
Meine Liebsten hier werde ich vermissen, aber ich komme ja wieder – vielleicht sogar um ein kleines bisschen weiser.
Ein Hoch auf die Reiselust!


