Über Erich Kästner

Kästner

Geboren: 23. Februar 1899 in Dresden
Gestorben: 29. Juli 1974 in München

1899
Am 23. Februar wurde Erich Kästner in Dresden als Sohn von Ida und Emil Richard Kästner geboren
1906 Besuch der Volksschule in Dresden
1913 Eintritt ins Freiherrlich von Fletscher’sche Lehrer-Seminar Dresden
1917 Einberufung zum Militär
1918 Entlassung aus dem Heer. Abschlußkursus im Strehlener Lehrerseminar
1919 Hospitant im König-Georg-Gymnasium. Erste Gedichtveröffentlichung in der Theaterzeitschrift »Der Zwinger«. Kriegsabitur. Goldenes Stipendium der Stadt Dresden. Studienbeginn mit dem Wintersemester in Leipzig (Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theatergeschichte)
1920 Erste wesentliche Publikation in »Dichtungen Leipziger Studenten«. Erste Zeitungsartikel
1921 Sommersemester in Rostock; Wintersemester in Berlin
1922 Studium in Leipzig. Famulus und Senior bei Prof. Albert Köster. Besuch des Zeitungswissenschaftlichen Instituts und Werkstudent. Anstellung an der »Neuen Leipziger Zeitung«
1925
Promotion mit der Arbeit »Friedrich der Große und die deutsche Literatur. Die Erwiderung auf seine Schrift ›De la littérature allemande‹«
1926 Auslandsreise nach Italien und in die Schweiz mit der Mutter
1927 Übersiedlung nach Berlin. Theaterkritiker und freier Mitarbeiter für Zeitungen und Zeitschriften. U. a. »Die Weltbühne«, »Tagebuch«, »Vossische Zeitung«
1928 Erste Reise nach Paris mit Erich Ohser. Der Gedichtband »Herz auf Taille« erscheint. Bekanntschaft mit Walter Trier. Es erscheint der Roman für Kinder »Emil und die Detektive«
1929 Veröffentlichung von »Lärm im Spiegel«. Das Hörspiel mit Musik (Edmund Nick) »Leben in dieser Zeit« erscheint. Bekanntschaft mit Hermann Kesten
1930 »Ein Mann gibt Auskunft«; »Dann schon lieber Lebertran« (Kurzfilm - mit Max Ophüls als Regisseur). Bühnenfassung von »Emil und die Detektive«. Filmdrehbuch für »Emil und die Detektive« (Co-Autoren waren Emeric Pressburger, Billy Wilder). Verfilmung in der Regie von Gerhard Lamprecht
1931 Der Roman »Fabian. Die Geschichte eines Moralisten« und zwei weitere Kinderbücher: »Pünktchen und Anton. Roman für Kinder« sowie »Der 35. Mai«. Wahl in den PEN-Club
1932 Bühnenfassung von »Pünktchen und Anton« bei Max Reinhardt, Berlin. »Gesang zwischen den Stühlen« (Gedichtband). »Arthur mit dem langen Arm« und »Das verhexte Telefon« (Kinderverse mit Zeichnungen von Walter Trier)
1933 »Das fliegende Klassenzimmer. Roman für Kinder«. Publikationsverbot in Deutschland. Erich Kästners Bücher werden verbrannt
1934
Es erscheinen: »Drei Männer im Schnee«, Roman; »Emil und die drei Zwillinge. Roman für Kinder«. Erste Verhaftung Kästners durch die Gestapo. Erich Kästner wird wieder freigelassen
1935 »Die verschwundene Miniatur« (Roman)
1936 »Dr. Erich Kästners lyrische Hausapotheke« (Gedichte). Reise nach Davos. Beginn mit dem Roman »Der Zauberlehrling«, der nicht vollendet wurde
1937 Zweite Verhaftung in Berlin. Verhör, anschließend wurde er erneut freigelassen. Reise nach Reichenhall und täglicher Grenzübergang nach Salzburg, um Walter Trier zu treffen
1938 Der Roman »Georg und die Zwischenfälle« (später unter dem Titel »Der kleine Grenzverkehr« veröffentlicht) und »Till Eulenspiegel« (Bilderbuch) erscheinen. Reise nach London und Rückkehr wegen Kriegsgefahr
1939 »Die Doppelgänger« begonnen; blieb ein Fragment
1940 »Chauvelin oder lang lebe der König!« (1. Akt). »Das Haus Erinnerung« (Komödie). An den Münchner Kammerspielen findet Silvester die Uraufführung des Lustspiels »Das lebenslängliche Kind«, verfaßt unter dem Pseudonym Robert Neuner, statt (nach dem Roman »Drei Männer im Schnee«)
1942 Drehbuch »Münchhausen« unter dem Pseudonym Bertold Bürger. Filmtreatment »Das doppelte Lottchen«. Schreibverbot für Deutschland und das Ausland
1943 »Zu treuen Händen« (Komödie). 3. März: Uraufführung des Films »Münchhausen« in Berlin
1945
März: Mit einer Filmexpedition von Harald Braun (Ufa) nach Mayrhofen (Tirol, Zillertal). Sommer: Kurzer Aufenthalt in Schliersee. Herbst: Gründung des Kabaretts »Die Schaubude« in München. Kästner wird schließlich Feuilletonleiter bei der neu gegründeten »Die neue Zeitung«
1946 »Bei Durchsicht meiner Bücher« (Gedichtauswahl) erscheint als erstes Kästner-Buch nach dem Krieg. Erste Reise nach dem Krieg nach Berlin und Dresden. Wiedersehen mit den Eltern. Kästner wird Herausgeber der Zeitschrift »Pinguin. Für junge Leute«
1947 Erste Auslandsreise nach dem Krieg zum Internationalen PEN-Kongreß in Zürich. Aufgabe des Postens in der »Neuen Zeitung«
1948 »Der tägliche Kram. Chansons und Prosa 1945 - 1948«; »Kurz und bündig. Epigramme«. Uraufführung von »Zu treuen Händen« in Düsseldorf. Die Komödie hatte Kästner unter dem Pseudonym Melchior Kurtz verfaßt
1949 »Die Konferenz der Tiere« (Bilderbuch); »Das doppelte Lottchen. Roman für Kinder«
1950 Drehbuch »Das doppelte Lottchen«. Verfilmung unter der Regie von Josef von Baky. Der Film erhält den Bundesfilmpreis
1951 Kästner wird Präsident des (west)deutschen PEN-Zentrums. Gründung des Kabaretts »Die kleine Freiheit« in München. Das Kinderbuch »Münchhausen« erscheint. Tod von Kästners Mutter in Dresden
1952 »Die kleine Freiheit. Chansons und Prosa von 1949 - 1952«. Der Film »Das doppelte Lottchen« in japanisch und englisch
1954 Drehbuch »Das fliegende Klassenzimmer«, Verfilmung (Regie: Kurt Hoffmann); »Die Schildbürger«
1955
»Die dreizehn Monate« (Gedichte)
1956 »Don Quichotte« (Bilderbuch); »Die Schule der Diktatoren« (Komödie). Verleihung des Literaturpreises der Stadt München
1957 Uraufführung von »Die Schule der Diktatoren« in der Regie von Hans Schweikart in den Kammerspielen München. Verleihung des Georg-Büchner-Preises. »Als ich ein kleiner Junge war«. 15. Dezember: Geburt des Sohnes Thomas. Silvester: Tod des Vaters
1958 Rede zur Bücherverbrennung anläßlich des 25. Jahrestages auf dem PEN-Kongreß in Hamburg. Uraufführung von »Das Haus Erinnerung« in den Kammerspielen München. Regie: Hans Schweikart
1959 Auszeichnung mit dem Großen Bundesverdienstkreuz
1960 Verleihung der Hans-Christian-Andersen-Medaille in Luxemburg durch das Internationale Kuratorium für das Jugendbuch. Abschluß »Notabene 45«
1961 Frühjahr: »Notabene 45« erscheint. Herbst: »Gullivers Reisen«, Nacherzählung für Kinder. Vier Vorlesungen in der Wiener Stadthalle. An Ischias erkrankt. Einlieferung in die Medizinische Universitätsklinik München. Dort TBC festgestellt
1962 Januar: Sanatorium Agra im Tessin. Drehbuch zum Film »Liebe will gelernt sein« nach dem Lustspiel »Zu treuen Händen«
1963 »Der kleine Mann. Roman für Kinder«. Mai: Rückkehr nach München. Herbst: Eröffnung der Kästner-Ausstellung des Goethe-Instituts in der Internationalen Jugendbibliothek in München
1965
Lesungen an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt a. M. und im Schumann-Saal, Düsseldorf. Oktober: Bücherverbrennung in Düsseldorf (u. a. »Herz auf Taille« durch die dortige Jugendgruppe des ›Bundes Entschiedener Christen‹)
1966 Januar: Reise zur Kästner-Ausstellung in Kopenhagen. Lesungen im Nürnberger Schauspielhaus und im Theater an der Wien. Biographische Fernsehsendung in München: »Alle mal herhören ... auch die, die schwerhören« (Regie: Kurt Wilhelm). Juni: »Kästner für Erwachsene« erscheint. Oktober: Reise nach London zur Kästner-Ausstellung und Lesung im Victoria-und-Albert-Museum. 1. Preis ‚Goldener Igel’ im internationalen Humoristenwettbewerb der bulgarischen Jugendzeitung »Narodna Mladesch« (»Junge Leute«), Sofia, für den Beitrag »Ist Existentialismus heilbar?«
1967 Februar: Lesung im Gobelinsaal des Zwingers, Dresden (PEN-Autorenaustausch mit Anna Seghers in Heidelberg). August: Lesung auf der Internationalen Deutschlehrertagung in München. September: Reise zur Eröffnung der Kästner-Ausstellung in Den Haag. Lesungen dort und im deutschen Generalkonsulat, Amsterdam. Herbst: »Der kleine Mann und die kleine Miss« (Fortsetzung vom »Kleinen Mann«). November: Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Österreichischen Stenografenverbandes für die Verdienste um die Stenografie durch entsprechende Publikationen
1968 Mai: Verleihung des Literaturpreises Deutscher Freimaurer im Staatstheater Kassel und Überreichung des Lessing-Ringes. Juni: Der Verlag Alfred A. Knopf, New York, erhält für die amerikanische Ausgabe des Kinderbuches »Der kleine Mann« (»The Little Man«) den Mildred-L.-Batchelder-Award
1970 Verleihung des kulturellen Ehrenpreises der Stadt München
1974 13. Februar: Verleihung der Goldenen Ehrenmünze der Landeshauptstadt München. 29. Juli: Erich Kästner gestorben. 5. August: Beisetzung auf dem St.-Georgs-Friedhof in München-Bogenhausen
1975 9. Juni: Gründung der Erich-Kästner-Gesellschaft
1979 22. Februar: Peter Rühmkorf erhält den erstmals verliehenen Literaturpreis der Erich-Kästner-Gesellschaft