Lochspiel - Die Königsdisziplin
Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war das Lochspiel die einzige Spielform. Erst mit Einführung des Zählspiels änderte sich das. Heute wird das Lochspiel kaum noch gepflegt. Üblicher ist es bei Privatrunden.
Beim Lochspiel treten 2 Spieler oder auch 2 Teams (aus jeweils 2 Spielern) gegeneinander an. Gezählt wird jedes Loch für sich; dabei kommt es nicht auf die Anzahl der Schläge an, sondern Ziel ist es, mindestens einen Schlag weniger zu brauchen als der Gegenspieler. Gespielt wird zumeist über 18 Löcher. Hat ein Spieler mehr Löcher gewonnen als noch bis zum Ende Löcher zu spielen sind, wird das Lochspiel vorzeitig beendet. Beim Zählspiel werden grundsätzlich 9 bzw. 18 Löcher gespielt, um den Gewinner zu ermitteln, beim Lochspiel können es im Extremfall nur 10 Löcher sein.
Ein Lochspiel ist zwar nicht vorgabewirksam, aber die Handicapvorgabe wird bei der Schlaganzahl berücksichtigt.
- Beispiel: Spieler A hat ein Handicap von -20, Spieler B eines von -29. Die Differenz von 9 Punkten wird dem Spieler B als Vorgabe zugeteilt. Das heißt: An den 9 schwierigsten Löchern kann Spieler B einen Schlag mehr benötigen, um das Loch zu teilen. Dann wird das Loch als all square = unentschieden gewertet. Steht am Ende des Lochspiels nach zumeist 18 Löchern der Wettkampf unentschieden, werden solange weitere Löcher gespielt, bis einer der Spielpartner einen Schlag weniger benötigt.
Wenn ein Spieler so viele Löcher gewonnen hat, daß er von seinem Mitspieler nicht mehr eingeholt werden kann, weil die verbleibenden Löcher für einen Ausgleich nicht mehr ausreichen, wird das Lochspiel vorzeitig beendet.
- Beispiel: Spieler A liegt mit 3 Lochgewinnen (= 3 auf) vorne und es sind nur noch Loch 17 und Loch 18 zu spielen, endet das Spiel auf Loch 16. Das Endergebnis lautet in diesem Falle "3 und 2" oder auch "3 auf 2".
Kommen beide Spieler hingegen mit einem Ergebnis von all square auf Loch 18 und Spieler B benötigt für das 18. Loch einen Schlag weniger als Spieler A, dann hat Spieler B mit "1 und 0" (bzw. "1 auf") das Wettspiel gewonnen.
Eine Besonderheit gilt nur für das Lochspiel, man kann nämlich seinem Spielpartner Schläge oder auch ein ganzes Loch schenken. Einen Schlag schenken kommt nur beim Putten vor. Liegt ein Spieler beispielsweise 10 cm vor dem Loch, kann ihm der Putt zum Einlochen geschenkt werden. Dabei geht man davon aus, daß dieser 10-cm-Putt ohnehin erfolgreich im Loch untergebracht werden könnte.
Ein ganzes Loch zu verschenken ist hingegen nur ratsam, wenn es ein Spieler für unwahrscheinlich hält, dieses Loch noch teilen zu können (also mit der gleichen Schlaganzahl das Loch zu beenden).
- Beispiel: Spieler A schlägt auf einem Par-3-Loch ab. Der Ball liegt auf dem Grün, ca. 1 Meter vor dem Loch. Spieler B schlägt anschließend ab; der Ball landet im Aus. Damit wird er gezwungen, einen weiteren Abschlag zu versuchen, der schließlich im Wasser landet. Dieser zweite Schlag ist bereits wegen des Strafschlags sein dritter Schlag. Im Zählspiel müßte er jetzt am Wasser droppen und seinen 5 Schlag machen. Selbst wenn Spieler B diesen Schlag sofort einlochte, hätte Spieler A für seinen 1-Meter-Putt drei Versuche, um das Loch noch immer für sich zu entscheiden. Das ist unwahrscheinlich, also schenkt Spieler B nach dem zweiten Abschlag ins Wasser Spieler A das Loch.
Geübte Lochspieler setzen das Schenken eines Putts mitunter als ein taktisches Manöver ein. Hat Spieler A beispielsweise mehrere Putts geschenkt bekommen und hat plötzlich einen 20-cm-Putt, der nicht geschenkt wird, ist es nicht ausgeschlossen, daß Spieler A diesen verhältnismäßig problemlosen Putt daneben schiebt.
Bei einem Regelverstoß verliert der Betroffene das Loch. Die Regeln für Strafschläge bei Aus, Wasser usw. gelten wie bei einem Zählspiel auch im Lochspiel.

