Nazarenische Kunst
Der bedeutendste Vertreter der Nazarenischen Kunst war der Lübecker Maler Friedrich Overbeck.
Ihren Höhepunkt erreichte die christliche Figurenmalerei, wie die
Nazarenische Kunst auch genannt wurde, in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts; der Name selbst wurde hingegen erst nachträglich gegen
Ende des 19. Jahrhunderts gebildet.
Weitere Vertreter der Nazarenischen Kunst waren neben Julius Schnorr von Carolsfeld und Overbeck u. a. Peter Cornelius, Wilhelm von Schadow und Philipp Veit.
Sie alle trafen sich zwischen 1811 und 1816 in Rom und vervollständigten die Gruppe der Lukasbrüder, die sich 1809 aus einem Freundeskreis gebildet hatte. Es war ein Zusammenschluß von Malern, die mit der künstlerischen Entwicklung und Ausbildung in Europa und hier insbesondere in Roman unzufrieden waren.
In einem Brief des jungen Overbeck vom 27. April 1808 an seinen Vater heißt es entsprechend: »Man lernt einen vortrefflichen Faltenwurf malen, eine richtige Figur zeichnen, lernt Perspektive, Architektur, kurz alles - und doch kommt kein richtiger Maler heraus. Eins fehlt ... Herz, Seele und Empfindung.«

