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WFB Verlagsgruppe > Essay > Pestalozzis Essay in Briefen - ein Standardwerk der Pädagogik
Das Auge will sehen, das Ohr will hören,
der Fuß will gehen und die Hand will greifen.
Aber ebenso will das Herz glauben und lieben.
Der Geist will denken.

Johann Heinrich Pestalozzi

Heinrich Pestalozzi: Wie Gertrud ihre Kinder lehrt

In der schweren Erschütterung, die Pestalozzi nach dem Weggang von Stans durchmachte, bedeutete ihm die Freundschaft Ph. A. Stapfers einen festen Halt. Dieser setzte sich aus innerer Überzeugung für Pestalozzis Sache ein und sah sich sofort nach einem neuen Wirkungsfeld für ihn um.

Stapfer betonte, daß die Methode Pestalozzis, wenn sie sich in der Praxis bewähren würde, für die von der helvetischen Regierung geplante Reform der Lehrerbildung wertvoll sein könnte. Das Vollziehungsdirektorium beschloß noch am gleichen Tage: Erstens, Pestalozzi im ehemaligen Schloß Burgdorf eine Wohnung anzuweisen; zweitens, »alle Behörden des Kantons Bern, welche zur Beförderung der gemeinnützigen Absichten des Bürgers Pestalozzi mitwirken können, zur Erleichterung seiner Arbeit und zur möglichsten Unterstützung bei seinen edlen Zwecken aufzufordern«; drittens, ihm bei erfolgreicher Tätigkeit nach drei Monaten vierteljährlich 160 alte Schweizerfranken zuzuwenden.

Pestalozzi erhielt zunächst in der Hintersassenschule Samuel Dyslis Zutritt. Später kam er durch Vermittlung Joh. Schnells und Dr. Grimms an die von Bürgerkindern besuchte »Buchstabier- und Leseschule« der Jungfrau Margar. Stähli, jünger. Im Mai 1800 gelangte er dann als Lehrer an die »Zweite Knabenschule«. Als er nach dem Tode Fischers seine Schule mit der in Krüsis vorhandenen vereinigte, richtete Pestalozzi durch Vermittlung Stapfers an den Vollziehungsausschuß, der seit dem Staatsstreich vom 7. Jan. 1800 provisorisch an die Stelle des früheren helvetischen Direktoriums getreten war und vom 8. Aug. an durch den Vollziehungsrat ersetzt wurde, das Gesuch, ihm die Wohnräume in Schloß Burgdorf für seine Schule zur Verfügung zu stellen. Diesem Wunsch wurde bereitwillig entsprochen.

Bereits in Stans hatte Pestalozzi seine später in ganz Europa berühmte Unterrichtsmethode zu entwickeln begonnen. In Burgdorf führte er diese Versuche fort und gestaltete die Methode in ihren Anwendungen und Grundsätzen weiter aus. Aus der Neuorientierung des Elementarunterrichtes ergab sich dabei für ihn die Notwendigkeit, geeignete Lehrmittel zu schaffen, wozu er jedoch finanzielle Unterstützung brauchte.

Mit Hilfe weiterer Unterstützung folgten dann später die bekannten, teilweise in Verbindung mit den Mitarbeitern Buß, Krüsi und Tobler verfaßten Elementarbücher: »Buch der Mütter oder Anleitung für Mütter, ihre Kinder bemerken und reden zu lehren« (1803); »ABC der Anschauung oder Anschauungslehre der Maßverhältnisse« (1803); »Anschauungslehre der Zahlenverhältnisse« (1803).
(Aus dem Nachwort)

Unserer Textausgabe liegt der Erstdruck von 1801 zugrunde, erneut veröffentlicht in der 8 Bände umfassenden Werkausgabe, die von Paul Baumgartner im Rotapfel Verlag, Erlenbach-Zürich, 1946, herausgegeben worden ist. Das Titelblatt des Originals lautet:

Wie Gertrud ihre Kinder lehrt, ein Versuch den Müttern Anleitung zu geben, ihre Kinder selbst zu unterrichten, in Briefen von Heinrich Pestalozzi. Bern und Zürich, by Heinrich Geßner. 1801.
Cover Pestalozzi, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt
Heinrich Pestalozzi

»Wie Gertrud ihre Kinder lehrt
Ein Versuch, den Müttern Anleitung zu geben, ihre Kinder selbst zu unterrichten, in Briefen«


252 Seiten, Preis 11,95 €
ISBN 978-3-86672-024-4

Literarische Tradition
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