Über Wilhelm Raabe

Geboren am 8. September 1831 in Eschershausen

Gestorben am 15. November 1910 in Braunschweig

Wilhelm Raabe gilt als der wichtigste Vertreter des poetischen Realismus. Oft mißverstanden als Darsteller von Idyllen, war seine Haltung eine gesellschaftskritische, realistische. Das Thema der Industrialisierung in Deutschland mit den damit verbundenen ökologischen Problemen nimmt in seinem Werk einen breiten Raum ein. Rund ein Drittel seiner Romane und Erzählungen haben einen historischen Hintergrund. Seine Hauptfiguren sind zumeist Außenseiter der Gesellschaft, die mit ihrem Leben und Schicksal nicht selten eine mahnende Funktion haben.

Wilhelm Raabe hatte keinen »Brotberuf«, sondern entschloß sich sehr früh zu einem Leben als freier Schriftsteller. Diese Tatsache zwang ihn zu extremer Produktivität: Er schrieb insgesamt 86 Romane, Erzählungen und Novellen. Dazu hinterließ er rund 600 Federzeichnungen und zahlreiche Ölbilder.

Wilhelm Raabe wurde am 8. September 1831geboren und starb am 15. November 1910. Sein Vater war Justizbeamter und starb früh. Raabe brach zunächst die Schule und dann eine Buchhandelslehre ab; vergeblich versuchte er, das Abitur nachzuholen, wurde aber trotzdem zum Studium in Berlin zugelassen. Dort schrieb er seinen ersten Roman „Die Chronik der Sperlingsgasse“. Dieses Buch wurde sofort ein großer Erfolg. Wilhelm Raabe gelang es in seiner weiteren Karriere als Schriftsteller nie, diesen Erfolg zu wiederholen oder gar zu überbieten.

Raabe lebte ausschließlich von seinen Einkünften als Autor und war dadurch zu emsiger Produktivität gezwungen. Als Kritiker seiner Zeit erkannte er sehr früh die weitreichenden Konsequenzen der Industrialisierung. In den letzten acht Jahren seines Lebens schrieb Raabe keine Bücher mehr; er machte Reisen und sah sich die Welt an.

  • Bei uns erschienen
  • Raabe als Zeichner
  • Nachwort zu »Else«
  • Verwandte Themen

Wilhelm Raabes »Else von der Tanne«

Wilhelm Raabe
»Else von der Tanne«
Novelle
Illustrationen von Wilhelm Raabe
Mit einem Nachwort von Rudolf Wolff
116 Seiten - Preis 10,95 €
ISBN 978-3-86672-050-3


Else, eine achtzehnjährige junge Frau, lebt zusammen mit ihrem Vater in ärmlichen Verhältnissen. Der Dreißigjährige Krieg hat das kleine Dorf weitgehend zerstört. Doch am schlimmsten trifft es Else ...

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Der Zeichner Raabe

Von Goethe und vielen anderen Schriftstellern wissen wir seit langem, daß sie neben der Schriftstellerei auch in der Bildenden Kunst tätig waren. Das gilt auch für Wilhelm Raabe ...

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Nachwort zur Else-Novelle

In Stuttgart schließlich ist ... »Else von der Tanne« erschienen. Die kleine Novelle unterstreicht einmal mehr, wie folgenreich Raabes Lehr-, Wander- und Studienjahre in Magdeburg und Berlin gewesen sind. Wie schon andere Autoren vor ihm (z. B. Grimmelshausen) und nach ihm (wie z. B. Brecht mit der »Mutter Courage«) thematisiert er in dieser Novelle den Dreißigjährigen Krieg...

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Wilhelm Raabe und Thomas Mann

Andreas Berger
»Schluß mit den Idyllen
Parallelen des Untergangs in
Wilhelm Raabes ›Akten des Vogelsangs‹ und
Thomas Manns ›Doktor Faustus‹«

52 Seiten - Preis 5,95 €
ISBN 978-3-86672-032-9


Parallelen des Untergangs: Wilhelm Raabe liefert in den "Akten des Vogelsangs" das beispielhafte Fragment der Bedrohung und Zerstörung eines deutschen Idylls zur 19. Jahrhundertwende; Thomas Manns "Doktor Faustus" zeigt sinnbildlich, wie das idyllische Deutschtum vom Teufel geholt wird.

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